Pastoralverbünde im Erzbistum Paderborn

Die gegenwärtige Struktur der Pastoralverbünde im Erzbistum Paderborn wurde zum 1. Januar 2010 durch Erzbischof Hans-Josef Becker festgelegt und im Kirchlichen Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn vom 4. Januar 2010 (KA 153, Stück 1) veröffentlicht.

Das entsprechende Wort des Erzbischofs sowie das dazugehörige Zirkumskriptionsgesetz können Sie hier nachlesen.

Wort des Erzbischofs zur territorialen Fortschreibung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn

Paderborn, im Advent 2009

Liebe Schwestern und Brüder,

im Juli des Jahres 2000 hat mein Vorgänger, Johannes Joachim Kardinal Degenhardt, im Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn sowohl das „Grundstatut für Pastoralverbünde im Erzbistum Paderborn“ als auch das „Gesetz zur Zirkumskription der Pastoralverbünde im Erzbistum Paderborn“ veröffentlicht.

Sie erinnern sich: Das war seinerzeit eine viel diskutierte, grundsätzliche Veränderung der pastoralen Landschaft des Erzbistums; und es war nicht absehbar, wie schnell eine Fortschreibung dieser Vorgaben im Erzbistum notwendig sein würde.
In den vergangenen knapp zehn Jahren haben sich nun die Veränderungsprozesse in der Gesellschaft wie in der Kirche dramatisch beschleunigt, sodass neue Planungsgrundlagen für die Seelsorge im Erzbistum Paderborn geschaffen werden mussten.

Die im vergangenen Jahr in einem breit angelegten Konsultationsprozess durchgeführte Fortschreibung der Pastoralverbünde stellt sich nun den gegenwärtigen Herausforderungen der Kirche in Paderborn und will auf der organisatorischen Ebene eine Antwort auf die „Zeichen der Zeit“ geben.

Die neu beschriebenen „pastoralen Räume“ in unserem Erzbistum sind in einem einjährigen Beratungsprozess entstanden, der breit angelegt war und auf Basis eines Kriterienkataloges bis zum Jahre 2030 eine Planungssicherheit hinsichtlich der Struktur und Zusammensetzung der pastoralen Räume schafft. Auf dieser strukturell-organisatorischen Grundlage kann in den kommen- den Jahren der pastoralen und spirituellen Entwicklung der neuen Räume die entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Sie finden im vorliegenden Amtsblatt nun die zukünftigen pastoralen Räume in ihrer räumlichen Ausdehnung, in der Zusammenschau der dabei beteiligten Pastoralverbünde. Sie finden darin ebenso den für den jeweiligen Raum festgelegten Sitz des Leiters und einen Zeitkorridor, in dem die Zusammenführung und Errichtung der großen pastoralen Räume durchgeführt werden soll. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde allerdings darauf verzichtet, die jeweils beteiligten Pfarreien und Pfarrvikarien einzeln aufzuführen.

Wenn man sich die neuen pastoralen Räume, die ab 1. Januar des kommenden Jahres Schritt für Schritt auf den Weg gebracht werden sollen, genauer anschaut, kann man die Größe der Herausforderung, die sich in den kommenden Jahren allen Beteiligten vor Ort stellt, deutlich spüren. Eine einfache Überführung der bisherigen pastoralen Praxis auf die neue Größe hin ist nicht möglich! Das Ende der „additiven Pastoral“ ist, wie ich beim „Diözesanen Forum“ am 21. November dieses Jahres betont habe, in Sicht! Deshalb stehen wir alle vor der großen Herausforderung, die Zukunft der Seelsorge neu zu gestalten, ohne auf die Nähe zu den uns anvertrauten Menschen zu verzichten!

„Denn wir schauen aus nach Dir“ – Unter dieses Leitwort aus Psalm 33 habe ich am 21. November 2009 die pastorale Entwicklung in unserem Erzbistum für die kommenden fünf Jahre gestellt. Dieses Leitwort macht die Zielrichtung unseres Weges deutlich: Es geht nun darum, die anstehenden Veränderungen als geistlichen Prozess, als Wachsen auf den lebendigen Gott hin, zu verstehen! Hier wird deutlich: Der christliche Glaube ist kein Auslaufmodell, sondern eine bleibende Hoffnung und von daher ein im wahrsten Sinne des Wortes „attraktives Angebot“ für alle Menschen. Und: Unsere strukturelle und spirituelle Neuausrichtung hat im Blick, dass es bei all unseren Bemühungen um nicht mehr und nicht weniger als um das Weiterleben des christlichen Glaubens in unseren Breiten geht! Es steht eine Menge auf dem Spiel!

Vor diesem Hintergrund ist mir die Berufung aller Getauften mit ihren unterschiedlichen Charismen als Grundkategorie der diözesanen Entwicklung und Erneuerung ein Herzensanliegen! Ich bitte Sie deshalb um eine entsprechende Unterstützung der „Pastoral der Berufung“ mit vielen kreativen Ideen auf dem kommenden Wegabschnitt!

In Verbindung mit der Neuumschreibung und Ausgestaltung der pastoralen Räume werden konkrete und deutliche Hilfen zur Unterstützung dieses Weges sowohl durch die Dekanate als auch vonseiten der Bistumsebene entwickelt. Sie sollen nicht nur allen Verantwortlichen vor Ort eine effiziente Beteiligung an der diözesanen Entwicklung ermöglichen, sondern auch verdeutlichen, dass wir uns auf allen Ebenen unserer Erzdiözese auf einem gemeinsamen Weg befinden, auf dem wir uns gegenseitig unterstützen. So können wir mit vereinten Kräften unserem Auftrag nachkommen, auch unter veränderten Rahmenbedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts allen Menschen Mut und Vertrauen zu schenken – in der Gewissheit, die unser Glaube bereithält und der eines unserer schönsten Adventslieder prägt: „Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil!“ (Gotteslob Nr.106).

Mit den besten Segenswünschen für den Weg durch das neue Jahr 2010 grüßt Sie

Ihr

+ Hans-Josef Becker

Erzbischof

Diözesangesetz zur territorialen Fortschreibung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn (2. Zirkumskriptionsgesetz)

Präambel

Seit dem Jahr 2000 bestehen im Erzbistum Paderborn auf der pfarrlichen Ebene die Pastoralverbünde als seelsorgliche Kooperationseinheiten. Seit dieser Zeit haben sich die Rahmenbedingungen für die Seelsorge sowohl binnenkirchlich wie auch im gesellschaftlichen Bereich verändert. Dies macht es erforderlich, die derzeit bestehende Struktur fortzuschreiben. Ziel ist, zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Pastoral einen verbindlichen Strukturrahmen zu schaffen, der eine Planungssicherheit und Verlässlichkeit etwa bis zum Jahr 2030 zu gewährleisten vermag. Hierzu erfolgt auf der Grundlage der derzeit bestehenden Pastoralverbünde eine Fortschreibung der pastoralen Einheiten, im Weiteren pastorale Räume genannt.

Artikel 1
Einleitende Regelungen

Die künftigen pastoralen Räume werden im Folgenden verbindlich umschrieben. Für jeden pastoralen Raum wer- den dabei zugleich der Dienstsitz des für die Leitung Verantwortlichen und der individuelle Zeitkorridor, bis zu dem die rechtliche Umsetzung spätestens abgeschlossen sein muss, festgesetzt. Bis zur Verfügung konkreter Umsetzungsakte bleiben die derzeitigen Pastoralverbünde in den neuen Räumen in der gegenwärtigen Form bestehen.

Artikel 2
Umschreibung der pastoralen Räume

[An dieser Stelle wird unter der Lfd. Nr. 10 für das Jahr 2012 die Zusammenlegung der Pastoralverbünde „Delbrück und Sudhagen“, „Boke-Ostenland“ und „Westenholz-Westerloh“ festgelegt. Sitz des Leiters ist die Pfarrei St. Johannes Bapt. Delbrück. In einem weiteren Schritt soll im Jahr 2019 die Zusammenlegung dieses Pastoralverbundes mit dem Pastoralverbund Hövelhof folgen. Sitz des Leiters des großen Pastoralverbundes ist ebenfalls die Pfarrei St. Johannes Bapt. Delbrück.]

Artikel 3
Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt zum 1. Januar 2010 in Kraft.


Paderborn, 17. Dezember 2009

Der Erzbischof von Paderborn

+ Hans-Josef Becker

Erzbischof

Hier können Sie das gesamte Kirchliche Amtsblatt herunterladen. Es enthält neben der textlichen Beschreibung der neuen territorialen Struktur des Erzbistums auch Karten der neuen Pastoralen Räume.

 

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