20.05.2020

Schönheiten der Schöpfung ziehen um

Schönheiten der Schöpfung ziehen um

Vom Salvator Kolleg in den Pfarrgarten

Sie wollen Gärtner werden: Adrian Klaholz bepflanzt am liebsten Balkonkästen, was mit der bunten Auswahl in den Gewächshäusern des Salvator Kollegs sicher Spaß macht. Auch Marcel Lenz macht das gerne, aber sein Steckenpferd ist vor allem die Pflanzenvermehrung: Das Säen sowie das Ziehen von Stecklingen. Die beiden Lehrlinge, Adrian im zweiten und Marcel im dritten Lehrjahr, haben ihrem Ausbilder und Gärtnermeister Reinhard Klute dabei geholfen, besondere Pflanzen zu ziehen. Solche, die bald im Pfarrgarten nicht nur fürs Auge, sondern auch für die heimische Insekten- und Vogelwelt eine wichtige Bereicherung darstellen. Denn Insekten haben in den häufig bevorzugten pflegeleichten Steingärten, in denen oft auch noch Gräser fremder Herkunft sprießen, keine Überlebenschance.

Pastor Guido Potthoff ist im Hövelhofer Pfarrgarten derjenige, der dafür sorgt, dass auch alte Gemüsesorten angebaut und geerntet werden. So kultiviert er in einem Teil „seines“ Gartens neben Radieschen beispielsweise die alte Gemüse-Artischocke Cardy, alte Bohnensorten oder auch Baumspinat. Einen anderen Teil überlässt er als Wildgarten ganz den Tieren, und in wieder anderen Beeten baut er Blütenpflanzen an, die Insekten Nektar bieten.

Aus dem Garten seiner Eltern in Schloß Holte hat er Samen mit nach Hövelhof gebracht, die im Salvator Kolleg Ende Februar ausgesät und im dortigen Warmhaus bei 22 Grad schon einen wunderbaren Wachstumsschub absolviert haben. „Verkauft werden können diese Pflanzen nicht, denn sie stammen ja nicht aus EU-zertifiziertem Samen. Aber ich freue mich auf die bunte Mischung von Nelken, die hier in zig Töpfen großgezogen wurden“, sagt Potthoff über die vielen Pflanzen, die er nun mit in die Allee nehmen kann. Auch die schlichten Dahlien mit ihren weißen und gelben Blüten haben es ihm angetan; ebenso die kleinblütigen orange-roten Tagetes in einer Sorte mit filigranem Blattwerk. „Das sind tolle Bodendecker, die dafür sorgen, dass der Boden nicht so austrocknet“, sagt er pragmatisch. „Wie die Nelken benötigen sie zum Keimen sieben bis zehn Tage“, erklärt Gärtnermeister Klute.

Neben den praktischen „Nutz“-Pflanzen im Pfarrgarten hat Guido Potthoff aber auch ein Auge – und eine Nase – fürs exotisch Schöne: Auf die Blüten vom Indischen Rohr und vor allem dem Zier-Ingwer ist er schon gespannt. Diese eher frostempfindlichen Pflanzen, die beide in Töpfen an warmen, sonnigen Orten stehen sollen, beschenken den Gärtner mit einem Feuerwerk an farbintensiven Blüten. Beim Ingwer mit einem ganz besonderen Duft umhüllt. Potthoff: „Zier-Ingwer, der im Topf immer nur Rhizome in eine Richtung ausbildet, benötigt ein paar Jahre, bis er das erste Mal blüht. Aber dann sind es zig Blüten, die sich in den bis zu 45 cm langen Blütenähren nach und nach präsentieren und herrlich duften.“ Bei so viel Nützlichem ist dieser Luxus im Pfarrgarten statthaft.

zum Bild oben (Foto: Wortart, Thöring): Ins Freiland: Die Auszubildenden Gärtner (v.l.) Marcel Lenz und Adrian Klaholz haben mit ihrem Ausbilder Reinhard Klute in den Gewächshäusern des Salvator Kolleg einiges Pflanzen gezogen, die Pastor Guido Potthoff nun mit in den Hövelhofer Pfarrgarten nehmen kann. Dazu gehören der große Zier-Ingwer für die Kübelbepflanzung in den Händen von Marcel, genauso wie Adrians weiße Dahlien oder die orange-roten Tagetes im Vordergrund.

 

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