Filialkirche St. Dionysius Bentfeld

Geschichte der Kirche

Die Ortsbezeichnung Bentfeld wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1082 genannt. Einige Jahre früher tritt der Bentfelder Ortsteil Heddinghausen ins Licht der Geschichte; er wird 1036 in einer Urkunde erwähnt.
In der Regierungszeit des Bischofs Theodor von der Recke (1650-1661) wird bereits eine Dorfkapelle in Bentfeld erwähnt.

An die Gründungszeit des ersten Gotteshauses erinnert der Rest eines alten Turmhahns, dessen Korpus die Jahreszahl 1658 trägt.

Ein weiteres Relikt aus der Zeit der alten Kapelle ist eine Glocke; in der Inschrift auf dem Spruchband der Glocke wird das Jahr 1655 erwähnt.

In dem später neu errichteten Gotteshaus hat diese Glocke bis 1931 ihre Aufgabe verrichtet.

Bentfeld gehört als Filialgemeinde zu der Boker Pfarrgemeinde St. Landolinus.

Die Feier eines Gottesdienstes in der alten Dorfkapelle beschränkte sich im 17. und 18. Jahrhundert auf wenige Festtage im Jahr; später wurde der Gottesdienst in der Kapelle an den Sonn- und Feiertagen für die Wintermonate von dem Boker Pfarrer gestattet. Auf Grund der häufigen Überschwemmungen der Lippeniederung war der Weg zur Mutterkirche nach Boke zu beschwerlich.

Ab 1865 wurde in der Kapelle der Gottesdienst an den Sonn- und Feiertagen von einem Pater aus dem Franziskanerkloster in Paderborn zelebriert; der Gottesdienst fand jedoch nicht immer regelmäßig statt.

An den Hochfesten des Kirchenjahres und des Boker Pfarrpatrons St. Landolinus wurde der Gottesdienst in der Boker Mutterpfarrkirche gefeiert.

Im Jahr 1889 wurde die Kapelle abgebrochen und es wurde ein neues Gotteshaus gebaut.

Am 9. Oktober 1889, dem Fest des Patrons St. Dionysius, wurde die Kirche durch den Boker Pfarrer Sagemüller eingeweiht.

Seit der Gründung der Kapelle hat der Kirchenpatron mehrmals gewechselt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1675 wird als Patron der heilige Petrus genannt, später wird der heilige Paulus als Patron mit aufgenommen. Mit dem Neubau der Kirche im Jahr 1889 wechselt das Patrozinium erneut. Der Patron der Kirche ist nun St. Dionysius.

Der Kirchenpatron St. Dionysius

Dionysius (Denis) von Paris

Der Name bedeutet: dem (griech.) Gott Dionysos geweiht.

Gedenktag katholisch.: 9 Oktober

Dionysius wurde vom Papst Fabian um die Mitte des 3. Jahrh. nach Gallien gesandt, um hier das Evangelium zu verkünden. Er war der erste Bischof von Paris und erlitt bei einer Christenverfolgung den Märtyrertod. Die Art und Weise seines Martyriums ist legendenhaft. Seine Gebeine ruhen in St. Denis. Dionysius ist einer der vierzehn Nothelfer und fränkischer Reichspatron.

Darstellung: als Bischof, mit abgeschlagenem Kopf in der Hand, den er vom Montmatre in Paris selbst zur Begräbnisstätte in Denis getragen haben soll, wie die Legende erzählt.

Attribute: Schwert, seinen Kopf tragend.

Patron der Schützen; gegen Kopfschmerzen, Tollwut und Hundebisse.

Bauernregel: "Regnet´s an Dioys, regnet´s den ganzen Winter gewiß.“

St. Dionysius
 

Die Engel

Die vier Engel im Chorraum wurden von der Firma B. Hartmann, Linteln/Wiedenbrück im Jahre 1958 angefertigt.

Zwei der Engel befinden sich heute noch im Chorraum links und rechts vom Kreuz.

Die anderen beiden sind an den Pfeilern auf der Empore (Orgelbühne) angebracht.

Engel
Engel
 

Historie

Die Bentfelder Kirche gehört schon seit jeher zur Pfarrei St. Landolinus, Boke. Wann das erste Gotteshaus in Bentfeld errichtet wurde, ist nicht genau bekannt. Eine Kapelle wird erstmals in der Zeit von 1650-1661 erwähnt.

Nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) soll aber schon eine Kapelle zwischen dem heutigen Pfarrheim und dem Hof Scherf gestanden haben.

Aus dieser Zeit sind auch die Petrus und Paulus Statuen, die noch heute die Turmpfeiler am Haupteingang schmücken. Diese Figuren sind aus Holz geschnitzt und sehr wertvoll. Sie waren wohl die Schutzpatrone der damaligen Kapelle.

Außerdem ist noch ein Kirchturmhahn mit der Jahreszahl 1658 und eine Glocke mit der Inschrift "SANCTA MARIA ORA NOBIS ANNO MDCLV (Heilige Maria, bitte für uns! Im Jahre 1655)" vorhanden. Die Glocke hängt seit 1966 in unserer Friedhofskapelle und läutet den Verstorbenen zum Begräbnis.

Im Jahr 1779 hat die Gemeinde Bentfeld die Erlaubnis erhalten, zur Winterzeit in der dortigen Kapelle an Sonn- und an Feiertagen Gottesdienst halten lassen zu dürfen. Bis 1788 bittet die Gemeinde um dieselbe Vergünstigung auch für den Sommer. Ob oder wann dieser Bitte entsprochen wurde ist nicht mehr feststellbar.

Im Jahr 1833 hält ein Seminarpriester aus Paderborn die an Sonn- und an Feiertagen in der bisherigen Art die Frühmesse. Unterbringung und Vergütung muß die Gemeinde zahlen.

Ab 1851 wohnt sogar ein eigenständiger Vikar in Bentfeld, dessen Unterbringung und Unterhalt aus der Kommunalkasse bestritten wird.

1865 übernahmen die Franziskaner aus Paderborn den Gottesdienst in Bentfeld, zunächst nur die Frühmesse, später auch das Hochamt und die Andacht.

1872 mußten die Patres wegen des Kulturkampfes unter dem Reichskanzler Bismarck ihr Kloster in Paderborn aufgeben und somit auch Bentfeld verlassen.

1887 zum Allerheiligenfest hielt nach 15-jähriger Unterbrechung wieder ein Franziskaner- Pater aus Paderborn die hl. Messe.

Im Jahre 1888 wurde der Neubau einer Kapelle beschlossen. Das Interesse war sehr groß und so wurde alles Baumaterial unentgeltlich herbeigeschafft. Ebenso wurden die Handlangerdienste kostenlos geleistet. Schon am 9. Oktober des gleichen Jahres (Fest des hl Dionysius) konnte die neue Kapelle von Pfarrer Sagemüller aus Boke eingeweiht werden. Gestiftet wurde die Inneneinrichtung, 4 Meßgewänder und ein Altargedeck.

Ein Wechsel der Schutzpatrone wurde vorgenommen:

alte Kapelle: hl. Petrus und Paulus

neue Kapelle: hl. Dionysius.

Im Jahre 1898 kam eine Orgel dazu. Weitere Stiftungen waren: Kreuzweg, Kanzel, und eine Josefstatue von den Jüngligen der Gemeinde.

Am 20. Mai 1915 wird das Allerheiligste eingeführt. Die Kosten für den Tabernakel sind gespendet. Bis 1955 hat er in unserer Kirche gestanden, die Monstranz ist heute noch da.

1923 begann dann endgültig der Erweiterungsbau. 1924 wird der Torbogen mit den Heiligenbildern ausgeschmückt. Eine Kommunionbank wird gefertigt, die bis 1957 in unserer Kirche stand. Außerdem wird im November eine Krieger- Ehrentafel eingeweiht.

1927 bekommt Bentfeld einen eigenen Friedhof. Bis zum Ausbau der Straße von Bentfeld nach Boke im Jahr 1883 mußten die Leichen oft auf weiten Umwegen (meist über Scharmede und Thüle) dem Begräbnisplatz nach Boke zugeführt werden.

Die nächsten Baustufen sind dann: 1926 weitere Ausmalungen, 1928 werden die Seitenaltäre aufgestellt und 1931 wir ein neues Geläut mit drei Glocken aufgestellt.

Nach Ausbruch des II. Weltkriegs durften die Glocken seit dem 24. Oktober 1939 nicht mehr läuten (wurde von den Nationalsozialisten verboten). Am 6. April 1942 mußten die beiden großen Glocken für die Kriegsproduktion abgegeben werden.

1941 wurde der zuständige Franziskaner-Pater zum Kriegsdienst eingezogen. Dadurch hielt dann der Vikar von Boke bis zum Kriegsende den sonntäglichen Gottesdienst.

1946 kehrte der Franziskaner-Pater wieder zurück und führte im gleichen Jahr die Fronleichnams-Prozession, die bis heute die einzige Prozession in Bentfeld ist, ein.

1947 kamen weiter Ausmalungen hinzu und am 21. Februar 1949 wurden zwei neue Glocken angeschafft. Die größere wiegt 450 kg und ist dem Hl. Dionysius geweiht, die kleinere wiegt 300 kg und ist dem Hl. Josef geweiht.

In den Jahren 1954-1967 wurden eine ganze Reihe an Erneuerungen und Renovierungen an und in der Kirche vorgenommen: 1955 der Tabernakel, 1967 Altar- und Chorraum neu gestaltet (neue Liturgieform), 1967 Einweihung einer neuen Glocke durch Pfarrer Maas (die Glocke ist dem hl. Petrus und dem hl. Paulus geweiht).

1971 entstand der erste Pfarrgemeinderat, zu dem auch Bentfelder Bürger gehören.

1972 wurden 24 Kirchbänke aus der Kapelle eines Altenheims in Wiedenbrück angeschafft.

1973 und 1974 wurde die Kirche nochmals renoviert.

Am 12. Oktober 1975 besucht Weihbischof Rintelen unsere Gemeinde um den Altar zu konsekrieren. Die Kirche bekommt Reliquien des hl. Zeno. Diese war die erste Altarkonsekration in Bentfeld.

Am 18. Mai 1977 hat Weihbischof Dr. Nordheus erstmalig 30 Firmbewerbern das Sakrament der Firmung gespendet. Bisher mußten die Bentfelder Jugendlichen aus diesem Anlaß immer nach Boke zur Pfarrkirche.

Ab 1987 finden außer zu besonderen Anlässen keine Vorabendmessen mehr statt. Es gibt noch eine Messe, das Hochamt am Sonntag, und eine hl. Messe am Donnerstag.

Verfasst von: Sarah Schmidt
Quelle: Chronik Bentfeld, Werner Trienens

Anschrift

Bentfelder Str. 71
33129 Delbrück

Anfahrt

Küster

Den Küsterdienst übernimmt:

Keine Einträge vorhanden

 
 

Anschrift

Pastoraler Raum Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof
Kirchplatz 8
33129 Delbrück

Kontakt

Telefon: 05250 53212
Telefax: 05250 9369909
E-Mail senden »
Notfallhandy »